Ansatz

Lebenskompetenzansatz

Peer to peer –Education

Informationsvermittlung

Risikokompetenzförderung

 

Lebenskompetenzansatz

Klassische Informations- und Abschreckungsstrategien bezüglich legaler und illegaler Drogen haben sich bei primärpräventiven Konzepten als nicht ausreichend erwiesen. Im Mittelpunkt neuerer Präventionsansätze steht eine umfassende Förderung und Training der Lebenskompetenzen. Der Lebenskompetenzansatz gilt somit als erfolgreiche Strategie der Suchtprävention, da diese Programme das Training der eigenen Fertigkeiten und der sozialen Kompetenz unterstützen. Wer

  • Konflikte lösen kann,
  • Eigenverantwortung besitzt,
  • Selbstvertrauen hat,
  • Entscheidungen kritisch trifft,

der wird in problematischen Situationen den Missbrauch von Drogen (oder andere potenziell gesundheitsgefährdende Verhaltensweisen) nicht als einzige Alternative zur Lösung der Situation sehen.

 

Peer to peer - Education

Grundgedanke des Peer - Ansatzes ist, die pädagogische Arbeit in bestimmten Zielgruppen von Angehörigen derselben durchführen zu lassen. Peer to peer (auch peer involvement) meint, wenn Laienmultiplikatoren aus einer bestimmten Zielgruppe innerhalb der selbigen tätig sind. Vorteil des Peer - Ansatzes: Jugendliche können bei Gleichaltrigen aus folgenden Gründen eine sehr große Wirkung haben, denn sie

  • besitzen das Vertrauen der Gleichaltrigen und sprechen die "gleiche" Sprache;
  • verstehen die Motive für bestimmte Verhaltensweisen am besten;
  • werden nicht mit Vorurteilen belegt, da sie nicht als Erzieher betrachtet werden;
  • leben die veränderten Einstellungen und Verhaltensweisen unbewusst den anderen vor;
  • haben die Fähigkeit, Stimmungsschwankungen, beginnende Veränderungen und Probleme bei Gleichaltrigen zu merken;
  • üben in unterschiedlichen Peer Groups wechselseitig soziale Beeinflussung aus und vermitteln ebenso wechselseitig Werte und Normen;
  • sind eher bereit, sich Gleichaltrigen zu öffnen; 
  • sind im engeren Freundeskreis engagiert.

 

Definition: Die sogenannte peer group ist eine Gruppe Gleichaltriger, die weitestgehend in Gesinnung und sozialer Schicht übereinstimmen.

Bedeutung/Funktionen:

  • der Einzelne kann sich an ihr orientieren, sie gewährleistet emotionale Geborgenheit und hilft bei der Überwindung des Gefühls der Einsamkeit;
  • hilft entscheidend bei der Ablösung von den Eltern, durch vorhandene Sicherheit und Unterstützung in der peer group;
  • durch Vermittlung von Sicherheit sind bei dem Einzelnen Änderungen im Sozialverhalten möglich;
  • sie trägt zur Identitätsfindung bei; sie bietet sozialen Freiraum für die Erprobung neuer Verhaltensweisen und lässt Formen von Aktivitäten zu, die außerhalb der Gruppe riskant erscheinen. Merkmale von Mitgliedern einer peer group:
  • sind Alter, Tätigkeit (Schüler, Lehrlinge usw.);
  • Mitgliedschaften (gleiche Schule);
  • private Beziehungen (Freunde, Bekannte);
  • Ortsbezogenheit (gleicher Stadtteil)

Neuere Forschungen belegen, dass die peer group für die Sozialisation des Jugendlichen von großer Bedeutung ist. Der Einfluss der Eltern und Lehrer schwindet in der Pubertät. Gerade in Bezug auf die Einstellung zu Sucht und Drogen hat die peer group eine besondere Bedeutung. Sie kann ablehnend oder begünstigend wirken.

 

 

Informationsvermittlung

Substanzspezifischer Ansatz

  • Informationen über Wirkungen und Konsequenzen des Suchtmittelgebrauchs
  • Funktion und Ursachen von Substanzgebrauch
  • Alternativen zum Substanzkonsum
  • Verhaltenstraining bei Substanzangeboten

 

 

Risikokompetenzförderung

Substanzunspezifischer Ansatz

  • Förderung der Wahrnehmung eigener Grenzen
  • Herausforderungen annehmen
  • Verantwortung für sich und andere übernehmen
  • Erlebnisse schaffen
  • Förderung personeller Fähigkeiten und Fertigkeiten